Es ist Sommer!

Buenas tardes,

es grüßt Euch Lea aus der Ferne.

In Deutschland scheint es ja nach einem kurzen Winter wieder warm zu werden, allerdings sind die Temperatur von Chosica nicht so leicht zu übertreffen. Die Frage: „Wie ist das Wetter heute?“ stellt sich mir seit einiger Zeit nicht mehr. Täglich stehe ich auf und entscheide mich bei Temperaturen +/- 30 Grad und strahlendem Sonnenschein für T-shirt und Flipflops die inzwischen fast mein einziges Schuhwerk sind. Das warme Klima hat mir anfangs zu schaffen gemacht, da die Sonne besonders morgens vertikal auf die weiße Haut scheint und sie in unglaublich kurzer Zeit komplett rot macht. Die Perunaner schützen sich mit Sonnenbrillen, Hüten und Sonnencreme mit Schutzfaktor 100! Inzwischen habe auch ich mich auf die Lichtintensität und die Wärme eingestellt und Lösungsmöglichkeiten wie den täglichen Besuch mit den Kindern im Freibad entwickelt. Die haben momentan Ferien und zumindest Guadalupe übt eifrig an ihren Schwimmkünsten mit Schwimmflügeln, Schwimmbrett und Co.

Zu den öffentlichen Freibädern kann ich nur sagen, dass sie dreckig sind aber ihren Zweck (Erfrischung und sportliche Betätigung) absolut erfüllen. Duschen ist nicht so angesagt, zudem sind Badehose und Co. auch keine Pflicht zumal scheinbar nicht jeder eine besitzt.

Ich bevorzuge die Schwimmbecken der Villa La Paz gleich um die Ecke…

Insgesamt habe ich den ständigen Vergleich mit Deutschland nun aufgegeben, zum einen um meine Mitmenschen nicht weiter zu nerven (so groß ist das Interesse an der deutschen Kultur auch nicht) und zum anderen, weil ich inzwischen das meiste hier im Alltag als „normal“ wahrnehme und mich wahrscheinlich eher Deutschland schockieren wird in seiner Sauberkeit, Pünktlichkeit und was sonst noch so dazugehört… Mal sehen wie meine Familie das nächsten Monat aufnimmt:)

Es passiert hier so viel, dass ich nicht weiß was davon ich berichten soll.

Voluntarios aus Kanada kommen und gehen, jetzt haben wir schon den dritten hier in unserer WG. Er ist allerdings im Gegensatz zu seiner sehr komunikativen Vorgängerin eher ein Phantom. Man munkelt, man hätte ihn hier und dort schon mal gesehen.

Nächstes Wochenende habe ich eine Tanzaufführung  anlässlich des Geburtstages meines Fitnessstudios! Es graut mir vor diesem Spektakel :S

http://www.youtube.com/watch?v=PxvLM7oxj7s -> Auf diesen Song werde ich, ob ich will oder nicht das Tanzbein schwingen…

Gestern waren Simon und ich mit den Kinder schwimmen und mit dem Geburtstagskind Guadalupe, die trotz eindeutiger Beweise weiterhin starr behauptet sie sei 9, nicht 8 Jahre alt, im Kino. Ich glaube, es war wirklich schön. Auf der langen Heimfahrt ist sie dann auf meinem Schoß eingeschlafen: süß, allerdings nicht für meine Beine die auf solchen Fahrten sowieso schon viel einstecken müssen. Zum Glück hat Simon sie dann zur Hogar getragen 🙂

Mit Interesse habe ich die olympischen Winterspiele in Sotschi verfolgt, die auch hier in Perú  ( es waren ja auch drei peruanische Athleten dabei) ausgestrahlt wurden. So wurde ab und zu die Mittagspause leicht überzogen, naja wir sind ja immerhin Freiwillige hier und diese angenehme Abwechslung zu all den scheußlichen Telenovelas musste einfach genutzt werden!

Ich hoffe Euch allen gehts gut! Mir geht es hier wirklich gut, anders kann ich es nicht sagen. Aber keine Sorge, ich komme wieder obwohl ich hier echt nicht weg möchte. Doch die Uhr tickt, die Zeit läuft und ich weiß nicht wo das halbe Jahr hin ist…

Besitos y hasta pronto, eure Lea

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Im Schwimmbad mit José Carlos und Guadalupe

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Padre Carlos, Voluntaria Violeta, José Carlos und Lea

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Alegría: Julio und José Carlos

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Meine Lieblingsfreunde, die „Positivos“ mit dem Gärtner Javier

Ich lebe noch…!

Hallo zusammen!

Es tut mir wirklich schrecklich leid, so lange nichts neues mehr geschrieben zu haben. Allerdings sind wohl grade die Zeiten, in denen es viel zu berichten gibt auch die, in denen ich dafür keine Zeit finde…

So werde ich nun ersteinmal über meine Reise nach Cusco und Machu Pichu berichten. Es folgt dann hoffentlich zeitnah ein Bericht über meine Erlebnisse und Eindrücke aus der Hogar und Co.

An dieser Stelle möchte ich auch anmerken, dass ich gerne Kontakt nach Hause halte und mich immer freue, von Euch zu hören! Doch ist es für mich nicht immer einfach in dieser Situation, denn ich kann stolz behaupten, mich hier wirklich heimisch zu fühlen und „drin“ zu sein. So holt mich mit jeder Nachricht die so ferne (räumlich und inzwischen auch gedanklich) deutsche Heimat ein und es ist ein schwer zu beschreibendes Gefühlschaos, welches sich in mir ausbreitet. Ich lebe hier wirklich mein peruanisches Leben, ganz anders als in Deutschland. Vieles ist zum Alltag geworden und das Reflektieren und Berichten ist für mich nicht einfach: Wie viel kann man von meinen Erfahrungen bei Euch nachvollziehen? Was könnte Euch interessieren? Die Dinge werden komplexer, auch die Probleme mit denen man sich in der Hogar beschäftigt und sind nicht leicht zu schildern.

Meine Reise

Überglücklich habe ich meinen Besuch am Flughafen in die Arme geschlossen. Zwei gemeinsame Wochen, eine abenteurliche Reise und ein gemeinsames Weihnachten lag vor uns. Mehr als erfüllt wurden meine Erwartungen. In der Hogar verbrachten wir andere, aber schöne Weihnachten. Nicht einfach war für mich, die vielen einsamen Patienten ein wenig froh zu stimmen. Ist Weihnachten doch ein Fest, das Familien glücklich macht so zeigt es auch, wer wirklich einsam und allein ist…

Eine schöne Messe, Feuerwerk und ein netter Abend mit Simon und Sören vertrieben Heimweh und machten es zu einem unvergesslichen und schönen Weihnachtsfest.

Am 27. Dezember brachen Sören und ich auf nach Cusco. Ob alles klappen würde? Ja, tat es 🙂

Wir übernachteten eine Nacht in einem Hostel und brachen um 5.00 Uhr morgens auf in die Wildnis. Unser Guide Brian, unser Koch und der Horseman mit zwei Pferden begleiteten uns auf einer unvergesslichen Tour durch das Salkantaytal über 4000er-Pässe bis hin in den Dschungel zu Machu Pichu. Anstrengend waren die Aufstiege, vor allem am zweiten Tag unseres Hikes. Doch belohnte die Natur, der Ausblick und alles um mich herum für jede Mühe. Auf 4100m wurde es im Zelt nachts sehr kalt, so dass Sören in gesamter Montor samt seiner Mütze übernachtet. Auch mir wurden nicht nur die Füße kalt und auch die Höhe war nicht zu unterschätzen und machte sich trotz ständigem Cocakauen bemerkbar. Doch der zweite Teil, der Abstieg mit den 6000er-Gletschern im Rücken war wesentlich angenehmer. Zwar wurdern wir regelmäßig von den Pferde-und Eseltrupps überholt, aber die haben ja auch Heimvorteil in diesen Bergen. Beeindruckend waren die Pflanzen, Tiere und vor allem auch das sich ständig  änderende Wetter. Waren wir ja auch in der Regenzeit unterwegs, gaben sich Sonne und Regen ständig die Klinke in die Hand und Temperaturen schwankten von 0-25 Grad.

Ich war wahrhaft verzaubert von der Schönheit der Natur, was die ausgewählten Fotos hoffentlich zu einem kleinen Teil vermitteln können. Da verzichtet man doch gerne auch mal auf sanitäre Einrichtugen, fließendes Wasser oder Strom um diese Eindrücke und Erlebnisse zu machen. Meinen Hut ziehe ich vor den Menschen, die in dieser Einsamkeit leben und den harten Bedingungen mit Lebensenergie und Liebe zur Natur trotzen. In einer ausschließlich Quechua sprechenden Siedlung auf einem Hochplateau mitten im Urwald schlugen wir unser Nachtlager auf und erlebten den schönsten Nachthimmel überhaupt. Klar, mit tausenden von Sternen war er für jedes Foto zu beeindruckend und schön.

Nach einem sechsstündigen Abstieg durch den Dschungel mit Schlangen, Kolibris und Kakaopflanzen am Wegesrand kamen wir zu einer kleinen Siedlung im Tal von der aus wir den Höhepunkt unseres Hikes anstrebten: Machu Pichu. Inzwischen waren Jacken und Handschuhe tief unten in Rucksack verstaut und auf der folgenden Etappe nach Aguas Calientes brannte die Sonne uns eine rote Erinnerung auf die Haut. Die Route, die an den Schienen des Perurails entlang verlief, wurde nicht nur von uns bewandert.

Nach Tagen der Einsamkeit in den hohen Bergen kamen hier unten alle möglichen Trecks zusammen und zu hunderten marschierten wir gen Machu Pichu Pueblo. Dieser Teil der Tour forderte mich erstaunlicherweise am meisten heraus doch durch Sörens Motivationsreserven (woher die auch kamen) meisterten wir auch diese Herausforderung. Entlang des Urubambas, einem reißenden Wildwasserflusses der im Amazonas mündet, führte unser Weg direkt ins touristische und meinem Empfinden nach schrecklichen Aguas Calientes. Dieses Dorf lebt vom Tourismus, ausschließlich. Es ist Ausgangspunkt für jeden Machu Pichu-Besucher, egal ob er mit dem Zug, zu Fuß oder mit dem Bus anreist. So nimmt auch der Teil asiatischer und russischer Touristen plötzlich drastisch zu und diese ehemalige Idylle nimmt die kuriose Gestallt eines Touristenzentrums mitten im Dschungel an. Alle sprechen hier Englisch, wollen dich abzocken und Gewinn machen. Schrecklich. Teuer. Anstrengend!

Froh war ich nach einer erholsamen aber kurzen Hostelübernachtungn endlich zum finalen Ziel aufzubrechen. Alle Erwartungen meinerseits wurden mehr als übertroffen, diese Inkastätte hat mich defintiv verzaubert und wirkte auf  mich beinah magisch. Sören und ich verbrachten dann nach unserem Eintritt um 6.00 Uhr auch den gesamten Tag in den Ruinen. SOOO viel zu sehen gab es…Faszinierend und beeindruckend ist die Kultur der Inka für mich, die nicht immer einfach zu verstehen ist, aber wirklich interessant und vor allem die Baukunst zeigt ihre hohe geistige Entwicklung.

Müde aber glücklich traten wir die Heimreise in einem nervigen Touristenzug nach Cusco an. Eine Modenschau von Alpakamode im Zug unter Jubel und Klatschen der unausgelasteten Tagestouristen hätte ich wirklich nicht mehr gebraucht…nun ja. Da gehen die Geschmäcker bekanntlich auseinander. Als mich dann aber der Zugclown in meinem Halbschlaf dazu animieren wollte, mit zu singen waren auch meine Nerven die inzwischen echt vieles gewohnt sind am Ende.

Wir erreichten heile unser Hotel in Cusco und  verbrachten vier schöne entspannte gemeinsame Tage im (im Vergleich zu Lima mit 10 Mio. Einwohnern) beschaulichen 350.000 Einwohnercusco, welches aufgrund seiner Geschichte als Königsstadt der Inka mit seinen Ruinen und Überresten wirklich sehenswert ist.

Vor allem  Essen und Einkaufen von Kunsthandwerk ist dort gut möglich.

Zurück in Lima hatten wir noch eine gute Zeit mit viel Sonne und Wärme am Pazifik. Sören flog zurück nach Deutschland, es war ja absehbar… Ich fand mich dann in Barranco, einem netten Viertel von Lima zum Zwischenseminar ein. Es machte den Abschied einfacher und so konnte ich mich eine Woche mit anderen Freiwilligen austauschen, wir hatten eine gute Zeit, fast wie Urlaub mit Sonne, Meer und mehr. Ich sammelte neue Energie für meine Arbeit in den nächsten Monaten und mir wurde bewusst, wie gut es mich doch mit allem hier getroffen hat.

Aus der Sommerhitze sendet Euch warme Grüße, eure Lea

Ihr fehlt mir!

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Die Zeit rennt

Jetzt sitze ich hier in der Porteria an einem wunderschönen sommerlich warmen und sonnigen Sonntagvormittag. Percy, der Portier geht „kurz“ wählen (er ist schon 1 1/2 Stunden auf den absolut dichten Straßen Chosicas unterwegs), wie alle heute. Andernfalls zahlt man aufgrund der allgemeinen Wahlpflicht in Peru ca. 15€ Strafe. Das ist hier wirklich ne Menge, also ziehen die Menschen mit Kind und Kegel in großen Karavanen zu diversen Wahllokalen. Elektronisch läuft es nicht, Briefwahl ist auch nicht möglich.

Nun bin ich also die Vertretung. Die Zeit nutze ich aber sinnvoll, habe ich mir überlegt und mit einem Brainstorming bezüglich der vergangenen Ereignisse begonnen. Das führt wahrlich zu einem Gedanken- und Erinnerungssturm in meinem Kopf.

Vieles Schöne ist passiert, Aufgregendes und auch das ein oder andere nervige Vorkommniss.

Vergangenen Samstag war ich mit Julio, Jose Carlos, Milagros, Diego und den Voluntären Simon und Manuel im Zoo in Huachipa. Ein wirklich schöner Tag, der, so glaube ich, allen gefallen hat. Sonne, Tiere, Essen, … Vor allem den weißen Tiger, die Pinguine und die Papageien fand ich super. Tretbootfahren inklusive. Ohne große Dramen, dafür aber glücklich, müde und satt (nach einem ausgiebigen Pollo a la brasa-Essen bei Norky’s) sind wir abends heimgekehrt. Ich für meinen Teil konnte zusätzlich einen ordentlichen Sonnenbrand vorweisen:(

Die Feier auf der wir am Abend eingeladen waren, ist aufgrund der Müdigkeit entsprechend kurz für uns ausgefallen.

Milagros und Lea

Milagros und Lea                                  

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Der Hogar-Clan

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Arbeit in der Hogar macht mir immer noch viel Freude, vor allem weil ich inzwischen die Leute kenne und wirklich ins Herz geschlossen habe. Man kommt oft ins Gespräch über Gott und die Welt. Auch zu den Positivos habe ich mich nun endlich mal „gewagt“ mit dieser blöden Atemmaske. Sicher ist sicher, zudem ist sie hier in der Hogar Pflicht im Kontakt mit den TBC-Kranken.

Mit Cristina fahre ich regelmäßig zur Therapie. Jose Carlos, eines der Kinder kriegt jetzt nun auch eine Sprachtherapie. Das macht ihm Spaß (außer dem qualvollen frühzeitigen Abschied aus der Vorschule der mich jedes Mal Nerven kostet) und ich freue mich, dass zumindest etwas zur Verbesserung seiner Situation gemacht wird. Mit seinen 7 Jahren spricht er kein Wort, obwohl er es theoretisch könnte. Durch die Erklärung der deutschen Psychologiepaktikantin im Gesundheitszentrum wurde mir einiges bezüglich seines Verhaltens klar und hilft somit ihn besser zu verstehen.

Insgesamt fällt mir aus, dass sich Arbeitszeiten verschieben, sich aufs Wochenende ausdehnen… Zum Beispiel muss das Frühstück um 7.30h verteilt werden, obwohl es offiziell erst um 8.00h für mich los geht. Aber diese Ungenauigkeit bezüglich der Arbeitszeiten der Voluntäre kommt uns dann am Nachmittag zugute, wenn wir die Mittagspause etwas überziehen:) Auf Dauer möchte ich aber nicht nur Ausflüge mit Patienten in meiner Freizeit machen. Unter der Woche geht so etwas nähmlich laut Padre nicht.

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Grimassenschneiden mit Jose und Lea

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufregend war, als vergangene Woche eine Patientin mit ihrer Tochter in der Nacht die Hogar verlassen haben (unverantwortlich diese Aktion mit einem Kind!). Das Gesprächsthema Nr.1 in der Hogar am folgenden Tag. Warum sind sie gegangen? Wie konnten sie unbemerkt die Hogar verlassen? Große Aufruhe, doch geschah so etwas wohl nicht zum ersten Mal. Diese Aufregnung war allerdings nichts gegen die, die folgte, als die Beiden Ausreißer einen Tag später am Tor klopften und um Einlass baten. Nun fragten sich alle: Dürfen die wieder rein?

Die Entscheidung liegt in solchen Fällen beim Padre. Mir ist bewusst geworden, wie problemtisch manche Lebensituationen sein können. Hier gibt es viele Menschen die Nichts haben. Doch das entschuldigt nicht alles. Mutter sowie Tocher kommen von der Straße, haben Probleme sich an Regeln zu halten und sich in der Hogar einzufinden. Grundsätzlich gilt, wer einmal die Hogar verlässt, geht für immer. Hier entschied aber das Herz des Padre und die Bamherzigkeit. Beide durften zurück kommen.

Das Ereigniss hat mich zum Nachdenken gebracht. Was ist die richtige Lösung für so ein Dilemma?

Sicherlich sind Vergebung, Güte und Nächstenliebe urchristlich, doch müssen auch Grundsätze und Regeln für ein intaktes Zusammenleben gewahrt und eingehalten werden.

Nun wird es bald weihnachtlich und der Countdown bis zur Ankunft meines Besuchs läuft! Die Reisevorbereitungen, die Planung der Tour zum Macchu Piccu und nach Cusco macht Freude aber habt mich schon etliche Nerven gekostet. Meine Vorfreude ich riesig, endlich mehr von diesem tollen, vielfältigen Land und natürlich meinen Freund wieder sehen. Ein wenig Sorge macht mir der Zwischenbericht der am 30.November raus muss. Er hat mir bewusst gemacht, wie schnell die Zeit vorrüber geht und wie lange ich schon hier bin-bald vier Monate!

An meine eifrigen Blogleser ganz herzliche Grüße,

ihr fehlt mir alle sehr und an kölsche Weihnacht darf ich gar nicht erst denken sonst bricht das Heimweh aus…

Lass mal von euch hören, aus dem Sommer denkt an euch,

eure Lea

 

Hier wohne ich

Hier wohne ich

Friseurmarathon in der Hogar (ich habe verzichtet)

Friseurmarathon in der Hogar (ich habe verzichtet)                                                                     

Papageien gibts hier auch reichlich außerhalb des Zoos.

Papageien gibts hier auch reichlich außerhalb des Zoos.

Rehabilitationszentrum Chosica

Rehabilitationszentrum Chosica

von draußen ins Lager, kistenweise Kleidung

von draußen ins Lager, kistenweise Kleidung

Fracht aus Kanada, geschleppt bis zum Umfallen

Fracht aus Kanada, geschleppt bis zum Umfallen

Weit weg

Ihr Lieben,

heute ist 11.im 11… ich sitze hier in Peru am Laptop und während ich versuche, das Wichtigste des vergangenen Monats möglichst treffend, interessant und spannend zu schildern, höre ich Cat Ballou:

„et gitt kei wood dat sage künnt wat ich föhl wenn ich an kölle denk, wenn ich an ming heimat denk!“

Nun ja, das dieses Jahr auch emotional abwechslungsreich wird, konnte ich schon erahnen. Jetzt allerdings wird mir das gesamte Ausmaß manchmal mehr, manchmal weniger schmerzhaft bewusst. Nicht einfach, der Spagat zwischen Freunden, Familie in der Heimat und dem Neuen, das nun auch Heimat geworden ist, täglich vertrauter wird und mir immernoch zusagt! Bitter wird es für mich als Kölnerin met Hätz un Siel defintiv im Karneval…

Für mich ist Deutschland weit weg, hier wird es Sommer und somit wärmer. Trotzdem werden mit viel Mühe Weihnachtsmänner mit roten Filzgewändern und weißen Rauschebärten von den Hogarbewohnern gebastelt. Der ganze amerikanische Weihnachtskitsch wiedert mich an. Von Schnee träumen viele, haben sie doch in ihrem Leben noch nie welchen gesehen… Bis auf eine minimale Schauer habe ich bis jetzt in Peru keinen Regen erlebt. Er fehlt mir auch nicht.

So ist mit dem Sommer auch eine Fülle an Festivitäten aufgekommen. Am vergangenen Wochenende besuchten wir eine Silberhochzeit, die ganz anders war als in Deutschland. Keine Tische, laute Musik, Essen auf Papptellern. Das ist hier so. Alle sitzen in einem riesigen Kreis, das macht das Tanzen nachher einfacher. Mir hat es gefallen, dass wirklich alle! getanzt haben, wobei ich von den Latinos ehrlich gesagt etwas mehr auf der Tanzfläche erwartet habe. Am Sonntag folgte die Firmung dreier Hogarbewohner in der Kirche des Ortes. Alle ca.30 Jugendlichen trugen weiße Kutten, waren mehr oder weniger pünktlich und alle doch ein weing aufgeregt. Die Messe war schön, wenn auch etwas knapper gehalten als bei uns. Erstmal habe ich gute Kirchenmusik gehört, was mein Herz erwärmt hat und Patientin Julia in ihrem Rollstuhl zum enthusiastischen Mitschunkeln veranlasste:) Simon sprang spontan als Eriks‘ Firmpate ein. Soetwas zeigt vielleicht nocheinmal die etwas verpeilte peruanische Organisation bei solchen Anlässen, wusste Simon doch bis fünf Minuten vor Messbeginn nichts davon. Nach der Messe fand keine Feier für unsere Firmlinge statt, was etwas traurig war. Möglicherweise nur für mich, weil ich es anders kenne. Allerdings an so einem besonderen Tag keinen Bestand von Familie und Freunde zu bekommen, habe ich dort als bedrückend für die junge Frau empfunden. Es gibt aber Angestellte in der Hogar, die mehr für die Patienten da sind, als nur in der Arbeitszeit als Pfleger!

Das WG-Leben läuft gut, ich möchte es Euch aus musikalischer Sicht beschreiben:

Aus Bertrands Zimmer schallt am Abend Klassik, vornehmlich Violinensonaten. Er mag Mozart. Simons musikalisches Repertoire ist weit gefächert. Wise Guys, Elvis, Hits der 80er oder einfach der Sound seines aktuellen Films. Ich vervollständige diese Harmonie mit Rise Against, Pitbull (auf Spanisch) oder Jack Johnson. Perfektionert wird der Klang durch den Wasserkessel der alleingelassen stundelang auf dem Herd vor sich hin pfeift.

Soweit, viel gibt’s es zu erzählen. Deshalb folgt der nächste Post zeitnah:D

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Schon was länger her…Autogrammstunde mit Lea

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Container aus Kanada und Peruaner bei der Arbeit

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Senor de los Milagros, Prozession zur Hogar

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Das Silberhochzeitspaar

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Der hübsche Saal ohne besondere Athmosphäre

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Larcomar, Luxusshoppingcenter am Pazifik. Auch das ist Perú

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Julio & Lea

Aktuelles

Hallo zusammen!

Und so ist die Zeit wieder wie im Fluge vergangen und ich möchte diesen Blogeintrag nutzen, um von den aktuellen Vorkommnissen hier in Peru zu berichten.

Bald sind es schon zwei Monate, die ich hier in der Hogar lebe. Mir ist das absolut nicht bewusst. Allerdings habe ich dieses Gefühl, das ich nicht alles ganz bewusst erlebe und wahrnehme oft: gehen im Leben die schönen Momente nicht gefühlt drei mal so schnell vorbei?

Dass ich hier angekommen bin, mich eingefunden habe und „drin“ bin wird mir in diesen Tagen sehr deutlich. Bertrand, 60 Jahre, aus Montreal ist als Freiwilliger seit Dienstag für einen Monat in der Hogar. Während wir im Bus nach Chosica Gespräche über Gott und die Welt führen, die Paisaje schon in der Hosentasche bereit halten und im richtigen Moment „bajar“rufen um auszusteigen, ist Bertrand genauso wie wir anfangs, faszieniert voll allem und jedem. Für ihn ist die Busfahrt noch das pure Abenteuer. Ähnlich ist es im Hogar-Alltag.

Nun komme ich immer wieder zu dem Vergleich: war das bei uns am Anfang auch so? Haben wir uns ähnlich (unbeholfen) angestellt? Er macht seine Sache (bzw. die Gartenpflege) bis jetzt wirklich gut und mit viel Eifer.

Am vergangenen Wochenende hatten Esmeralda und Erik, zwei inzwischen wieder genesene Patienten, ihre erste heilige Kommunion. Im vergleichsweise kleinen Rahmen ( ich vergleiche natürlich mit Kommunionsfeiern meiner Heimat) fand mit Familie, Patienten und Angestellten ein schöner Gottesdienst statt. Die Schwestern aus der Nachbarschaft, die auch die Vorbereitung der Beiden auf die Kommunion übernommen hatten, haben sich viel Mühe gegeben, die Feier würdevoll zu gestallten. Ich weiß nicht ob es am Geld liegt oder an der Tradition, aber mir haben einige Dinge gefehlt: „richtige“ Kommunionkerzen, der Kinderchor. Auch „Fest soll mein Taufbund immer stehen“. Möglicherweise sind das aber Spezialtäten unserer Gemeinde. Das darauf folgende Kekseessen und Gasiosatrinken mit allen war nett, einige Patienten nutzen die Chance um ihren mehr oder weniger geheimen Keksvorrat aufzustocken… ist das typisch peruanisch? Nein, ich glaube solche Menschen gibt’s überall und es ist ihnen in ihrer Mittelosigkeit nicht übel zu nehmen.

Fiesta in Peru, nun ja… Meine erste Cluberfahrung war ganz nett. Ich stand auf der Gästeliste aufgrund irgendwelcher Connections von einem Freund. Gut soweit. Die Latinomukke war auch gut. Nicht gut war, dass wirklich alle mindestens einen Kopf kleiner waren. Somit ragte ich auf der Tanzfläche über alle hinaus. Nun gut, somit konnte ich wenigstens alle sehen, dafür auch alle mich! Highlight war die Rückfahrt mitten in der Nacht von Chosica zur Hogar in Ricardo Palma. Ich fuhr mit einem Minibus in dem ca. 3 Leute saßen. Diese stiegen bald aus, sodass ich mit den beiden Fahrern alleine war. Statt mich zu vergewaltigen, begannen sie ein freundliches Gespräch mit mir, fragten mich aus über Deutschland und verlegten für mich die Endhaltestelle bis kurz vor die Hogar. Eine Bezahlung wollten sie auch nicht! Das ist sicherlich nicht der Standard, aber ich fand es schön, diese Freundlichkeit zu erleben.

Was es sonst noch gibt:

Am Samstag war ich in Lima und habe mir ein wenig Kultur gegönnt. Und eine Pizza für die ich bis nach Miraflores fuhr. Das Kloster im Stadtzentrum, Santo Domingo, ist wunderschön mit einem prächtigen Kreuzgang. Hier liegt u.a. Santa Rosa begraben, die Schutzpatronin Limas.

Nicht nur zum Vergnügen komme ich nach Lima. Mit den Kindern (Julio und Daniela) und der Sozialarbeiterin Lucy hatte ich bereits zwei Mal das Vergnügen, mich durch die Bürokratie des peruanischen „Gesundheitsssystems“ zu kämpfen. Die Kinder sind geduldig, aber das ewige Warten und die Ungenauigkeit der Terminde im Krankenhaus sind nervtötend. Erhielt doch nur jeweils ein Kind eine Behandlung Weshalb kann ich nicht sagen.

Die Patienten der Hogar sind verrückt wie immer. Lea: „Gehen wir zur Messe, ja?“ Victoria, genannt „che-che“ (im Rollstuhl, völlig euphorisch jauchzend): „Ja, hoch hoch, immer höher, bis in den Himmel!“. Sie ist desweiteren der Meinung, außer ihr gebe es keine weitere Lea in der Hogar. Herrlich! Ich werde ihr gewiss noch deutlich machen, der die Lea in der Hogar ist.

Ein Deutschkurs von mir für Patienen und  Nachbarn ist in Aussicht.

Bis dahin, liebe Grüße aus dem fast sommerlich warmen (ca.25+°C) und sonnigen Perú!

eure Lea

Lea über Lima

Lea über Lima

Hogar (links in grün)

Hogar (links in grün)

Rosen in Santo Domingo

Rosen in Santo Domingo                                                             

Und sonst noch

Auf Nachfrage und weil ich es auch ganz wichtig und interessant finde, schreib ich mal was die Musik hier so macht…

Perunische Musik, Folklore aber auch „Latino-Pop“ sind hier weit verbreitet. Auf den fiestas gibt’s dann natürlich dem Anlass entsprechende Musik. Blaskapellen sind angesagt, bei jeder Gelegenheit zeihen sie um die Häuse.

Krichenmusik habe ich bis jetzt ausschließlich in Form von Gesang, Gitarre und evt. Keyboard gehört.

In jedem Bus/Taxi läuft Musik. Welche, das hängt vom Fahrer ab: Hits aus den 80ern, die Charts der vergangen 4 Jahre, typisch perunaische Musik mit säuselnder Sopranstimme, letztens hatte ich nen Bus mit Elektro.

Perú kiregt musikalisch auch international alles mit und so kommen US-Hits und Musik aus Europa in die Charts. Die Jugend kennt/liebt Justin Bieber, Shakira, … Auf dem Markt fand ich Tokio Hotel- CD’s (Aushängeschild der deutschen Musik:P), nen Livemitschnitt vom Hurricane 2011 von der Arktic Monkeys und Klassiker wie Micheal Jackson.

Klassische Musik gibt es nicht so viel, zumindest habe ich noch kaum etwas davon gehört. Mozart kennen auch eher wenige Leute (soweit meine Erfahrung). Die Instrumente sind dafür evt. zu teuer. Überall gibt es dafür Gitarren!

Mir gefällt, dass die meisten Gesänge und Texte spanisch sind und alle verstehen und mitsingen können. Deutsche Musik ist viel zu oft mit englischen Texten…

Hören müsst Ihr:

http://www.youtube.com/watch?v=yWNcXloje0M Pata Amarilla (gelbe Kartoffel) ist Peruaner

Eure Lea ❤

 

 

 

Wie die Zeit vergeht…

Buenas tardes liebe Freunde zuhause!

jetzt bin ich schon über 4 Wochen hier in Perú und ich muss sagen, die Zeit vergeht wie im Flug. Das ist erstmal auch gut so, bisher bin ich von richtigem Heimweh verschont geblieben und doch treten unterbewusst einige Wünsche beispielsweise nach einem vernüftigen Plumeau, einer Pizza à la mama oder meinem Klavier auf.

Hier passiert trotz dem sehr ruhigen Hogarleben immer etwas Neues für mich. Ich bin jetzt im Fitnesstudio angemeldet und allgemein bekannt, was nicht nur angenehm ist: beim Baille (ein Tanz mit tausenden Variationen, bei dem die Füße extrem schnell tippeln und welchen die Peruaner scheinbar im Blut haben) habe ich bis jetzt leichte Koordinationsprobleme, weshalb ich mitten im  Kurs stehen „darf“ und mich der Trainer in viel zur kurzer Hose ständig antanzt :S Mir macht der Sport dort riesig Spaß und es ist ein guter Ausgleich!

Eigentlich wollte ich aber ein wenig von meiner Arbeit hier berichten…

Es ist so, dass das Leben/Wohnen und die Arbeit hier ineinander übergehen. Meine Mahlzeiten nehme ich mit den Angestellten (mittags) und den Patienten (morgens und abends) ein, wobei immer jemanden geholfen werden muss und kann, sodass ich nicht sagen kann, ob es dann Freitzeit oder Arbeit ist.

Inzwischen habe ich raus, wann David (Junge, der in der Hogar wohnt) zur Schule gebracht und abgeholt werden muss, wann die Wäsche gewaschen wird und wie der Arbeitsplan in der Küche aussieht. So gibt es Fixpunkte für die alltägliche Arbeit, die ich nach dem Frühstück um acht beginne. Die Begegnungen mit den Patienten/Bewohnern der Hogar sind durchweg positiv. Zwar gibt’s hier einige schräge Vögel: Bsp. Zenaida, die mit 61 Jahren kaum fähig ist, sich angemessen zu artikulieren (liegt evt. am Zustand der Zähne). Sie kramt den lieben langen Tag herum, versucht Diverses zu stibitzen und meckert über alles und jeden(macht sich dadurch unbeliebt bei ihren Zimmergenossinen). All das macht sie aber auf ihre Art irgendwie wieder liebenswürdig. Christina (Partientin) lacht sich über die Verrückte dann ins Fäustchen, packt ihre sieben Sachen noch etwas mehr zusammen und müht sich mit anderthalb Händen (aufgrund ihrer Krankheit ist die Rechte fast gelämt) beim Knüpfen ab. Donnerstags helfe ich ihr meist beim Duschen und „mache sie für die Messe schick“ (wie sie so schön sagt).

So geht es mir mit allen hier, langsam erkennt man Gewohnheiten, Macken und Eigenarten. Bis jetzt finde ich das gut, teils sogar sehr amüsant. Ich hatte mir die Arbeit und das Zusammenleben mit den Patienten, obwohl ich im Vorraus keine Bedenken hatte, wahrscheinlich komplizierter/problematischer vorgestellt:) Nun sind die ersten Unternehmungen in Planung. Heute habe ich beim Padre den Bingoabend angesprochen (ist wohl üblich, dass Voluntäre den machen) und überlege jetzt, bei welchenAktionen möglichst alle hier mitmachen können und wollen… Habt Ihr Vorschläge?

täglich

täglich

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Christina, meine geschlossenen Augen sind ein Versehen

Villa La Paz, 10Minuten Fußweg zum Algenpool

Villa La Paz, 10Minuten Fußweg zum Algenpool

Markt in Chosica

Markt in ChosicaChosica Zentrum, Combis und Mototaxis

Chosica Zentrum, Combis und Mototaxis

 

Update!

LIMA

Am vergangenen Wochenende kam ich in den Genuss, die Millionenmetropole Lima zu erkunden und zu erleben…

Von Chosica, meiner neuen Heimatstadt aus fuhren Simon und ich mit einem Van durch die Nacht nach Lima. Von der vorüberziehenden Landschaft sah man in der Dunkelheit nix, nach ca. 1 Stunde kamen wir an. Vor dem Sheraton Hotel mitten in Lima…

Glücklicherweise gibt’s immer und überall Taxen. So auch hier, ein freundlicher Taxifahrer brachte uns nach Miraflores, ein europäisch geprägtes Viertel. Es ist für Touristen aufgrund der universalen Videoüberwachung und Securitypräsens sicher und in ihm liegen die von uns angestrebten Hostels ( zu empfehlen: Pariwana am Parque Kennedy).

Am darauf folgenden Tag besuchten wir mit Mario, dem Ex-Manager der Hogar, die Mistura ( eine nationale Gastronomiemesse), bei der sich die peruanische Küche von ihrer besten Seite präsentiert. Und Lea, die Fleischhasserin mittendrin 😀

Naja, was soll ich sagen… probiert  habe ich so ziemlich alles:

-Cuy (Meerschwein; sehr fettig und relativ geschmacksneutral)

-Chancho al palo ( Schwein; scharf gewürzt)

-Ceviche ( roher Fisch in Limettensaft marinert)

-Pachamanca ( Fleisch z.B. Schwein, Huhn, Alpaka,… gart unter der Erde mit Kartofffeln; scharf gewürzt)

-Anticuchos ( Spieße mit Fleisch, auch Innereien; gegrillt)

-Chicha & Chicha morada ( Maisbier, alkohol(frei))

-Chaufa ( Pürée aus Kartoffeln, Gemüse und Huhn; stammt aus der Selva)

Die peruanische Küche ist gar nicht so schlecht, auch der Möhrenkuchen der Hogar schmeckt vorzüglich:)

Nach der Mistura ging’s zum Alianza-Lima-Spiel (gegen Unión Comercio). Der Verein zählt zu den besten Perús.

Allerdings unterscheidet sich der Fußball hier um Welten vom europäischen. Auch mir als absolute Laie fällt dieser Unterschied auf. Die Stimmung im halb gefüllten Stadion war trotzdem gut. Nur wenige Peruaner können das Geld für den Eintritt aufbringen. Auf dem Foto unten seht Ihr mich mit dem berühmtesten peruanischen Sportkommentator, den wir im Stadion trafen.

Am Abend war der Aufenthalt im Circuito Mágico del Agua ein wirklich schönes Erlebnis. Zu klassischer bis traditionell-peruanischer Musik werden Bilder in Wasserfontänen projiziert. Durch einige „Brunnen“ kann man auch durchlaufen. Im Sommer ( ab Dezember) möchte ich nochmal dorthin!

Es folgte am Montag ein Termin bei der deutschen Botschaft zur Beantragung des Visums für ein Jahr. Darauf warte ich nun.

Die Rückfahrt gestaltete sich überraschend anstrengend. Wir wählten diesmal die kleinen Klapperbusse, die wir von unseren Fahrten nach Chosica kannten. Mit Gepäck -dafür ohne Sitzplatz- waren 2 Stunden eine gefühlte Ewigkeit. Nach tausenden Schlaglöchern und “ Haltestellen“ kamen wir auch diesmal zwar müde aber heile in dem Hogar an.

Es war ein gutes Gefühl, fast schon ein „Zuhauseankommen“, durch das große, grüne Tor der Hogar zu treten und

ins Bett zu fallen…

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Juan Carlos Oderique, America television

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Chancho al palo

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Stadion (nicht das Nationalstadion)

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Streets of lima

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So sieht’s aus…:)

Hallo zusammen vom anderen Ende der Welt!

Jetzt bin ich schon 10 Tage hier in Perú und die Zeit ist so schnell vergangen…

2.9. Mein Geburtstag ist diesmal etwas anders gewesen als sonst, aber trotzdem ein wirklich schöner Tag. Simon hat mir ein schönes Geburtstagständchen gemalt und gesungen und nachdem mein Geburtstag in der Messe von Padre Carlos verkündet wurde, wurde ich von Hogarbewohnern und Mitarbeitern beglückwünscht.

An dieser Stelle möchte ich mich für die lieben Glückwünsche aus der Heimat bedanken. Es hat mich gefreut, dass Ihr an mich gedacht habt!

Zum Leben in dem Hogar:

Generell verläuft der Alltag hier sehr ruhig. Zwar gibt es immer etwas zu tun, vor allem in der Küche, wenn Wäsche gewaschen wird oder im Tópico (Pflege der Patienten), doch arbeitet hier keiner unter Druck. Das ist eine schöne Erfahrung für mich, denn es ist anders als in Deutschland. In dieser Ruhe wird allerdings die kleinste Aktion schnell zur Attraktion in dem Hogar…

Zum Essen:

Das Früstück besteht aus pane(Brötchen), agua/café/leche (alles nicht das, was man vom Namen her erwarten würde:D) und manchmal Ei, Papaja oder hugo (selbstgemacht)!.

Das Mittagessen beinhaltet sopa, segundo und postre. Freitags gibt’s Fisch, was mir ne Magenverstimmung mit nem Tag Bettruhe beschert hat. Sonst immer Reis und Kartoffeln…

Das Abendessen ist meist Reis/ Kartoffeln mit pollo (Huhn, was hier nicht als Fleisch gilt).

=> Ich bin froh, Perú auch kulinarisch so umfangreich kennen zu lernen. Für die ausgefallenen Gerichte (Meerschwein) lasse ich mir dennoch besser Zeit.

Zum Verkehr:

Der Verkehr fasziniert mich sehr, alles ist geprägt durch das ständige Hupen aller Verkehrsteilnehmer. Blinken ist out, Spurwechsel existiert aufgrund des Mangels an Spuren nicht. Fünf Liter Benzin kosten ca. 4,90€. Nach Chosica fahren wir mit kleinen Bussen, die durch das Ausrufen der Destination am Wegesrand Mitfahrer einsammeln. Alternativ gibt es „normale“ Taxen, Taximotos (sehr abenteuerlich) und luxeriösere Sammeltaxis für größere Entfernungen.

On the road wird dann gedrängelt, dicht aufgefahren und natürlich gehupt. Doch bis jetzt sind wir immer heile und relativ schnell angekommen. Unfälle habe ich auch noch nicht gesehen.

Fragen und Comments erwünscht;) eure Lea

Billy, auch genannt "die Königin". Haustier der Hogar, zusammen mit "Macho"

Billy, auch genannt „die Königin“. Haustier der Hogar, zusammen mit „Macho“

Er hat die Macht. Verkehrspolizist in Chosica.

Er hat die Macht. Verkehrspolizist in Chosica.

Bus nach Ricardo Palma

Bus nach Ricardo Palma

Mein begehbarer Kleiderschrank

Mein begehbarer Kleiderschrank

 

Angekommen in Perú

Hallo ihr Lieben in der Heimat!

Ganz liebe Grüße aus der Hogar San Pedro hier in Ricardo Palma:)

Nach dem der Flug mit Zwischenstopp in Madrid problemlos verlaufen ist (Flugzeugessen ist nicht vegetarisch) und wir gegen 18.00 Uhr Ortszeit hier in Lima angekommen sind, rückte der Traum von der Hogar mit Bett und Dusche in weite Ferne. Zwar war der Flughafen überlaufen, doch weit und breit kein Padre der uns abholt (wir mussten ja noch nicht einmal, wie er aussieht)…

Nach 3 Stunden Wartezeit (auch für peruanische Verhältnisse ist das lang!) haben wir uns dann mit 4 Koffern und Rucksäcken auf Rat von Kerstin ( vom fsd Köln) selbst auf den Weg nach Miraflores in Lima gemacht. Stunden später fanden wir endlich ein Hostel mit freien Betten. Halbtot schleppte ich das viele Gepäck ins Zimmer, wobei mich die Rezeptionistin verdutzt anschaute: „So viel Gepäck für eine Übernachtung?“ Naja, eigentlich nicht. Ich hatte bis jetzt vor ein ganzes Jahr in Perú zu verbringen…

Am darauffolgenden Morgen sah die Welt wieder ganz anders aus. Nach einer erholsamen Nacht und nem ausgieben Frühstück (Kaffee und Weckchen:D) riefen wir in der Hogar an: dort rechnete man zwar erst am 1.September mit uns und wollte uns aber am Nachmittag abholen. Licht am Ende des Tunnels! Nach einem Spaziergang durch das schöne und reiche Stadtviertel Miraflores vorbei am Pazifik, von dem man wegen der dunstig-nebeligen Luft wenig sieht, wurden wir dann wirklich abgeholt!

Mario, der Manager der Hogar und „Charly“ (er hat uns bei seinem Namen ein bisschen veräppelt), der Fahrer, brachten uns durch den peruanischen Verkehr ( muss man erleben, sonst ist er nicht zu beschreiben) nach zwei Stunden ( Entfernung 40km!) zur Hogar. Freundlich wurden wir begrüßt und konnten dann unsere Zimmer beziehen. Das Haus in dem ich wohne ist schön. Es liegt auf dem gepflegten Areal der Hogar und hat eine Dachterasse. Mein Zimmer hat zwar kein Fenster nach draußen, aber es gefällt mir.

Froh, endlich angekommen zu sein und hundemüde, bin ich ziemlich schnell schlafen gegangen:)

Insgesamt verändert sich mein Tagesrhythmus enorm: um 7.30 gibt es schon Frühstück:S Um 17.00 Uhr ist dann aber schon das Abendessen und um 20.00 Uhr wirds finster draußen, aber nicht kalt. Das Klima ist angenehm, die Luft etwas besser als in Lima. Mit 20 Grad  ist hier Winter:D

Zum Essen lässt sich sagen, das es peruanisch ist. Die Fischsuppe bekam von uns ein vernichtendes Urteil bzw. von meinem Magen. Das Allermeiste ist aber gut zu essen, auch wenn ich nun wohl kein Vegetarier mehr sein kann. Überall ist irgendwie Fleisch drin…

Nun habe ich über das Wochende die Hogar mit den meisten Patieneten und Angestellten kennen gelernt und es gefält mir wirklich sehr gut und ich fühle mich wohl.

Alles läuft poco a poco, Stück für Stück, was mir sehr entgegen kommt. Morgen ist mein erster offizieller Arbeitstag, allerdings haben wir auch so schon mitgeholfen ( Kinder hüten, welche sehr aktiv und lieb sind, Kartoffel schälen,…). Ich bin gespannt, was da weiterhin auf mich zukommt, aber ich bin optimistisch. Es ist hier alles lockerer und ruhiger als in Deutschland. Noch finde ich diese Entspanntheit sehr angenehm. Sprachlich ist es so ne Sache für mich: ich habe große Motivation schnell und viel zu lernen aber auch das braucht seine Zeit. Mir wird Mut gemacht, auch wenn ich immer wieder sagen muss “ comprendo mucho pero hablo poco“:S

Auf den Fotos seht Ihr die Umgebung, es ist hier alles sehr bebaut und es ist viel los: Menschen, Tiere, Verkehr… ganz anders als in Deutschland:)

Ich lasse mich nun auf das Abenteuer Perú ein und freue mich wirklich sehr auf alles, was kommen wird!

Ganz liebe Grüße aus Ricardo Plama ( ja, es gibt hier Palmen… und Kakteen, Geranien, Bananen, Avocados sowie Papageien)

❤ eure LeaDSC_1295[1] DSC_1294[1]